Posts filed under 'Leben'




ability to reason: fail.

„Chi ML du ähnelst so ‘ner Figur aus ‘nem Buch. Der analysiert auch immer alles. Warum machst du das?“

Man sollte sich selbst immer am besten kennen oder?
Ich finde man lernt sich am besten kennen, wenn man sich selbst analysiert, dazu gehört auch eine Selbsthinterfragung und Bewusstwerden. Menschen, die sich selbst nicht kritisieren, Fehler erspähen – doch nicht bereuen oder verändern/verbessern, kennen sich, meiner Meinung, nicht gut genug. Ich gehe soweit zu behaupten ihr Existenzdrang ist intellektuell nicht ausgebildet.
Denn Menschen, die sich kennen, verbinden Instinkt mit einem gewissen Maß an Intellekt, um die eigene Person besser begreifen zu können. Für mich bedeutet eine gesunden Selbsteinschätzung sehr viel. Nur so verkauft man sich ehrlich ohne die Mitmenschen über den Tisch zu ziehen.
Am schlimmsten wäre es für mich, wenn mich jemand besser kennen würde, als ich mich selbst.
Merkt man, wie sehr ich die Kontrolle behalten möchte?
Merkt ihr?! Ich tu es schon wieder…, mich selbst analysieren. Eine kleine Krankheit.
Genauso versuche ich alle meine Begegnungen zu analysieren, deswegen achte ich auch so auf Details bei jedem und alles.
Dabei bin ich nicht mal auf der Suche nach Fehlern…
Viel mehr bin ich vorsichtig, analysiere, bilde vorschnell Urteile und verbanne Unsymphatische aus meinem Blickfeld: erbarmungslose Ignoranz.

Und ich kann es nicht lassen…

Add comment November 10, 2009

Warum Hass meine beste Promotion ist…

Nach nun zwei Jahren relativ seriösem Blogging (insgesamt blogge ich bereits seit ca. vier Jahren) ist mir aufgefallen, dass ein paar bestimmte Themen, auch ohne Tags/Schlagwörter, mir eine hohe Besucheranzahl bescheren. Zum einen Beiträge über Bücher-, Filmrezsensionen und dem Geschlechterkampf. Zum anderen werden besonders Posts gelesen, in denen ich, rhetorisch, Menschen, Situationen oder Dinge in der Luft zerreiße. (Komischerweise lesen mich auch Menschen, die mich hassen…)
Meine Abneigung kommt oftmals in Wellen, vergleichbar mit den, mir schon oft beschriebenen, Wehen. Wenn der Höhepunkt erreicht ist und man nur noch einmal kurz pressen muss, um den Kopf vollständig an die Luft zu befördern, genau dann arbeitet mein Gehirn unglaublich schnell, der Puls steigt, der Wechsel vom Ein- und Ausatmen erfolgt schneller und, entweder mein Mund hört nicht auf sich zu bewegen, weil unentwegt Beschreibungen, gefolgt von Beschimpfungen, entschlüpfen, oder der Reizbogen wird in Richtung Fingermuskelatur gespannt.
Tippend oder schreibend blas ich mir den Ärger aus den Gehirnzellen. Obwohl ich, oder gerade weil ich bloß alltägliche Sachen nicht mag, lesen es so viele, da sie sich höchstwahrscheinlich bestätigt fühlen. Manche werden es wahrscheinlich nur aus reiner Sensationslust oder Interesse an meinem spannenden Leben lesen.
Besondere Promotion ist es für mich, wenn homo sapiens sapiens schlecht über mich reden.
Ich möchte nur nochmal das Beispiel dieser lächerlichen Bekanntschaft aka. Muffinformdiebin mit dem noch viel schlimmeren Blog bringen. Sie löste eine kleine Kette aus. Freunde erzählen es Freunden, verschicken Links.
Mir egal, was die von mir halten, aber sie haben meine Meinung zu diesem Thema gelesen, was mir wiederum was bedeutet. Denn ich schreibe, um gelesen zu werden.
Und zufällig bin ich „just an average teenage girl“ (kennt ihr Kim Possible?!), die sehr viel mag und verabscheut.
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich verstärkt öffentliche Hassbriefe verfassen werde, um mehr Leser zu erbeuten, aber denkt mal drüber nach:
Lest ihr lieber weichgespülte Regenbogen-Häschengeschichten oder eine mit vulgären Begriffen bestückte Schlammschlacht?!
Wie „BILD“ seid ihr?

Alles ein wenig überzogen.

1 comment November 4, 2009

Herzstillstand.

Mein Leben ist aufregend. Ich sollte mich für so eine billige RTL- oder Pro7-Doku anmelden. „We are family“, ich komme!

Heute Morgen, zugegeben, es war schon Mittag, wurde ich durch einen Aufruhr bei uns zu Hause aus dem Schlaf gerissen: „ML, wir brauchen den Schlüssel! Wo ist der verdammte Schlüssel?!“
In blitzesschnelle rollte ich mich aus meinem Bett, vergaß, dass ich nur in Boxershorts und Top gekleidet war, riss meine Augen auf und gab meinem Cousin instinktiv meinen Hausschlüssel.
Den wollte er aber nicht. Er verlangte nach meinem Zimmerschlüssel. Ein bisschen merkwürdig, dachte ich mir, kurz bevor ich ihm den Schlüssel gab. Da ich schonmal aufgestanden bin, kann ich auch mal fragen was denn nun eigentlich passiert war. Aber Fragen sind überflüssig. Vor der Tür des Kinderzimmers hockte unsere Kinderfrau und redete mit der Tür. Und ich habe tatsächlich zwei Sekunden gebraucht, um zu begreifen. In meinem Kopf fluchte ich laut vor mich hin, mein Körper zog durch die Wohnung auf der Suche nach dem Festnetztelefon. Kurzwahl. Fünfzehn Sekunden später sprach ich etwas schnell mit meiner Mutter, ich gab sie an meinem Cousin weiter, scheuchte die unfähige Scheißkuh weg und sprach selbst mit meiner Schwester.
Wofür wird diese Frau eigentlich bezahlt?! Ich gab kleine Anweisungen durch die Tür an meine jüngste Schwester weiter. Diese war so von ihrer eigenen Handlung geschockt, sodass sie nicht mal richtig antworten konnte. Meine Mutter wollte den Schlüsseldienst rufen. Ich lehnte ab. Eine Frau von Welt muss nicht unnötig Geld ausgeben, um eine Tür zu öffnen. Stattdessen bat ich sie, bei ihren Kollegen nach einem Dietrich zu fragen. Vierzehn Minuten später kamen mein Stiefvater und meine Mutter nach Hause und hatten mir etwas mitgebracht. In den vergangenen vierzehn Minuten hatte ich meine Schwester immer wieder gebeten den Schlüssel von innen wieder reinzustecken und die Tür aufzuschließen, aber es ging nicht… sie wurde hektisch, so ging es noch weniger. Sie ist auch noch ein Kleinkind, aber verdammt tapfer. Tränen vergießen wir nicht. Ganze zwei Sekunden hatte ich gebraucht, um die Tür zu öffnen.
Ich bin die Heldin des Tages.

Add comment November 4, 2009

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