Der Sinn des Lebens oder Weisheit.

Dezember 19, 2007 freesoul

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„Es irrt der Mensch solang er strebt.“ (317) 

Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt,
Das Blüt und Frucht die künft’gen Jahre zieren.“ (310-311)
 

„Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß
Zu sagen brauche, was ich nicht weiß;
Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält, […]“ (380-383)
 

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube;
Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind.
Zu jenen Sphären wag ich nicht zu streben, […]“ (765-768)
 

„O glücklich, wer noch hoffen kann,
Aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen!
Was man nicht weiß, das eben brauchte man,
Und was man weiß, kann man nicht brauchen.“ (1064-1067)
 

„Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!“ (1237) 

„Gut! Ein Mittel, ohne Geld 
Und Arzt und Zauberei zu haben:
Begib dich gleich hinaus aufs Feld,
Fang an zu hacken und zu graben
Erhalte dich und deinen Sinn
In einem ganz beschränkten Kreise,
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker, den du erntest, selbst zu düngen;
Das ist das beste Mittel, glaub,
Auf achtzig Jahr dich zu verjüngen!“ (2352-2361)
 

„Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn.“ (2607-2608)
 

„Der Unmensch ohne Zweck und Ruh,
Der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste,
Begierig wütend nach dem Abgrund zu?“ (3350-3353)
 

„Wie? du kannst nicht mehr küssen?
Mein Freund, so kurz von mir entfernt
Und hast’s Küssen verlernt?“ (4484-4486)
 

„Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft’ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen untergehn. -
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick.“ (11574-11586; Teil II)
 

Manchmal sagen Zitate aus einem zweibändigen Meisterwerk mehr als einfache, individuelle Sätze sagen könnten. Das sind nur Teile „von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Und vielleicht auch ein Teil von mir oder ein Teil von dir.


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