Warum Hass meine beste Promotion ist…
Nach nun zwei Jahren relativ seriösem Blogging (insgesamt blogge ich bereits seit ca. vier Jahren) ist mir aufgefallen, dass ein paar bestimmte Themen, auch ohne Tags/Schlagwörter, mir eine hohe Besucheranzahl bescheren. Zum einen Beiträge über Bücher-, Filmrezsensionen und dem Geschlechterkampf. Zum anderen werden besonders Posts gelesen, in denen ich, rhetorisch, Menschen, Situationen oder Dinge in der Luft zerreiße. (Komischerweise lesen mich auch Menschen, die mich hassen…)
Meine Abneigung kommt oftmals in Wellen, vergleichbar mit den, mir schon oft beschriebenen, Wehen. Wenn der Höhepunkt erreicht ist und man nur noch einmal kurz pressen muss, um den Kopf vollständig an die Luft zu befördern, genau dann arbeitet mein Gehirn unglaublich schnell, der Puls steigt, der Wechsel vom Ein- und Ausatmen erfolgt schneller und, entweder mein Mund hört nicht auf sich zu bewegen, weil unentwegt Beschreibungen, gefolgt von Beschimpfungen, entschlüpfen, oder der Reizbogen wird in Richtung Fingermuskelatur gespannt.
Tippend oder schreibend blas ich mir den Ärger aus den Gehirnzellen. Obwohl ich, oder gerade weil ich bloß alltägliche Sachen nicht mag, lesen es so viele, da sie sich höchstwahrscheinlich bestätigt fühlen. Manche werden es wahrscheinlich nur aus reiner Sensationslust oder Interesse an meinem spannenden Leben lesen.
Besondere Promotion ist es für mich, wenn homo sapiens sapiens schlecht über mich reden.
Ich möchte nur nochmal das Beispiel dieser lächerlichen Bekanntschaft aka. Muffinformdiebin mit dem noch viel schlimmeren Blog bringen. Sie löste eine kleine Kette aus. Freunde erzählen es Freunden, verschicken Links.
Mir egal, was die von mir halten, aber sie haben meine Meinung zu diesem Thema gelesen, was mir wiederum was bedeutet. Denn ich schreibe, um gelesen zu werden.
Und zufällig bin ich „just an average teenage girl“ (kennt ihr Kim Possible?!), die sehr viel mag und verabscheut.
Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich verstärkt öffentliche Hassbriefe verfassen werde, um mehr Leser zu erbeuten, aber denkt mal drüber nach:
Lest ihr lieber weichgespülte Regenbogen-Häschengeschichten oder eine mit vulgären Begriffen bestückte Schlammschlacht?!
Wie „BILD“ seid ihr?
Alles ein wenig überzogen.
1 comment November 4, 2009
freesoul
Herzstillstand.
Mein Leben ist aufregend. Ich sollte mich für so eine billige RTL- oder Pro7-Doku anmelden. „We are family“, ich komme!
Heute Morgen, zugegeben, es war schon Mittag, wurde ich durch einen Aufruhr bei uns zu Hause aus dem Schlaf gerissen: „ML, wir brauchen den Schlüssel! Wo ist der verdammte Schlüssel?!“
In blitzesschnelle rollte ich mich aus meinem Bett, vergaß, dass ich nur in Boxershorts und Top gekleidet war, riss meine Augen auf und gab meinem Cousin instinktiv meinen Hausschlüssel.
Den wollte er aber nicht. Er verlangte nach meinem Zimmerschlüssel. Ein bisschen merkwürdig, dachte ich mir, kurz bevor ich ihm den Schlüssel gab. Da ich schonmal aufgestanden bin, kann ich auch mal fragen was denn nun eigentlich passiert war. Aber Fragen sind überflüssig. Vor der Tür des Kinderzimmers hockte unsere Kinderfrau und redete mit der Tür. Und ich habe tatsächlich zwei Sekunden gebraucht, um zu begreifen. In meinem Kopf fluchte ich laut vor mich hin, mein Körper zog durch die Wohnung auf der Suche nach dem Festnetztelefon. Kurzwahl. Fünfzehn Sekunden später sprach ich etwas schnell mit meiner Mutter, ich gab sie an meinem Cousin weiter, scheuchte die unfähige Scheißkuh weg und sprach selbst mit meiner Schwester.
Wofür wird diese Frau eigentlich bezahlt?! Ich gab kleine Anweisungen durch die Tür an meine jüngste Schwester weiter. Diese war so von ihrer eigenen Handlung geschockt, sodass sie nicht mal richtig antworten konnte. Meine Mutter wollte den Schlüsseldienst rufen. Ich lehnte ab. Eine Frau von Welt muss nicht unnötig Geld ausgeben, um eine Tür zu öffnen. Stattdessen bat ich sie, bei ihren Kollegen nach einem Dietrich zu fragen. Vierzehn Minuten später kamen mein Stiefvater und meine Mutter nach Hause und hatten mir etwas mitgebracht. In den vergangenen vierzehn Minuten hatte ich meine Schwester immer wieder gebeten den Schlüssel von innen wieder reinzustecken und die Tür aufzuschließen, aber es ging nicht… sie wurde hektisch, so ging es noch weniger. Sie ist auch noch ein Kleinkind, aber verdammt tapfer. Tränen vergießen wir nicht. Ganze zwei Sekunden hatte ich gebraucht, um die Tür zu öffnen.
Ich bin die Heldin des Tages.
Add comment November 4, 2009
freesoul
Dresden, Berlin, Trinh!
Freitagnachmittag fuhr ich, oder mehr mein Stiefvater, denn Führerschein hab ich ja noch nicht, mit unserem bescheidenen 7er BMW vor. Kurz vorbei am Goldenen Reiter, da wohnt Trinh, in der sächsischen Landeshauptstadt. Ein bisschen angeschlagen, bezüglich meines Wachzustandes, aufgrund des Gespräches, mit dem ECE Center Management in der Altmarkt-Gallerie, welches kurz zuvor beendet wurde, stieg ich mit meinem kleinen blauen Kosmetik-Reise-Köfferchen aus dem Auto. Geklingelt und oben erwartete mich eine leicht hektische Trinh mit nassen Haaren und dem Föhn in der Hand. Ihre Mama ist furchtbar schüchtern und liebenswert, ihre Schwester dagegen hat, auf den ersten Blick, charakterlich unglaubliche Ähnlichkeiten mit meiner eigenen 11-jährigen Schwester. Innerhalb 45 Minuten hat meine geliebte Freundin sich reisebereit gemacht, ihr Geschenk von mir entgegen genommen, ihren enorm großen Koffer (für eine Nacht!!) gepackt und sich eher kaltherzig von der Hälfte ihrer Familie verabschiedet. Wir fuhren gemeinsam zum Neustädter Hauptbahnhof, dort erwarteten uns bereits zwei junge Herrschaften Ende 20 in ihrem weißen VW Golf. Yeah Richtung Berlin. Und ab geht’s!
Wir fuhren nur satte 135 Minuten. Ein Raser. War uns sehr willkommen.
Berlin, Alexanderplatz wurden wir verabschiedet. Trinh und ich hatten beide während der Fahrt geschlafen. Zum Glück haben die uns nicht in einen Wald verschleppt…
Nach einer kurzen Verschnaufpause bei einer unserer ansässigen Freunde, machten wir uns bereit, um die Königinnen der Nacht zu werden. Neun Asiaten liefen quer über den Alex, an der Alexa vorbei, um Sushiessen zu gehen und Karaoke zu singen.

Als die Uhr 10 schlug wurden wir schlagartig aus dem Singsang der krächzenden Männerstimmen und der wohlklingenden Stimme von Trinh bei „My Heart Will Go On“ geweckt. Bezahlen, Toilette, Anziehen.
Ein wenig gequetscht wurden wir Mädchen mit dem prollenden Mercedes E-Klasse zum „Goya“ gefahren.
Der Club sieht von außen so pompös aus, aber von innen ist er eine vielfache Verkleinerung des, wirklich, pompösen Volskpalastes in Leipzig. Die Party von Temptazn war Bockmist. Die Musik flog wie ein schwarzer Rabe querbeet: Schlager, House, HipHop, Charts und richtig guter Oldschool Hiphop wurde zum Rausschmeißen aufgelegt.
Wir rundeten die Nacht im Club mit einer „Fast-Schlägerei“ ab. So ein Mädchen, welche weitläufig in der asiatischen Szene unter „mailicious“ bekannt ist und nur aufgrund ihrer unbeschreiblichen hinterhältigen Art und aufgrund ihrer abnormalen Hässlichkeit bekannt ist, wollte uns unbedingt provozieren.
Berlinerinnen, Müncherinnen und Leipzigerinnen lassen sowas nicht auf sich sitzen und jagen gern Angst ein.
Leider ergriff sie die Flucht.
Wir fuhren wieder zu unseren ansässigem Freund nach Hause, um zu nächtigen. Nur wir, schaffen es zu 5. auf einem Doppelbett zu schlafen. Der Herr verzog sich ins Wohnzimmer und überließ uns sein Bett. Es wurde bis in die frühen Morgenstunden getratscht und geflucht, alles natürlich flüsternd!
Mittags trennten sich unsere Wege.
Zurück nach Leipzig, liebe Rastlose.
1 comment November 3, 2009
freesoul
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